KONSENS ist eines der größten Digitalisierungsvorhaben in Deutschland. Ziel des länderübergreifenden Vorhabens ist es, dass bundesweit alle Finanzämter mit der gleichen Software arbeiten. Zu den Kernverfahren von KONSENS gehört GINSTER, der Grundinformationsdienst Steuer. Er bildet den gemeinsamen Datenfundus aller Finanzverwaltungen und hält Stammdaten zu natürlichen und juristischen Personen vor – vom Namen über die Anschrift bis zur Bankverbindung. Dieser Datenbestand bildet das Fundament für viele sämtliche KONSENS-Verfahren. Entwickelt wird GINSTER federführend in Hessen. Den Hauptteil der Entwicklungsarbeiten leistet die HZD.
Steuer-IT
EinS im KONSENS-Verbund
Neuer Ansatz zur zentralen Recherche
Um Steuerfälle eindeutig zuzuordnen und die passenden Informationen zu einer Person oder Organisation schnell zu finden, braucht es in KONSENS verschiedene Suchfunktionen:
- eine Suche nach Steuernummern
- eine Suche nach Überwachungskonten
Um die Recherchefunktion zu verschlanken und zu konsolidieren, wurde die sogenannte EinS (Einheitliche Suche) aufgesetzt: Sie schafft die Basis, um diese Suchvorgänge perspektivisch zusammenzuführen und über ein einziges Interface zugänglich zu machen.
Erste Ausbaustufe erfolgreich abgeschlossen
In der ersten Projektphase von EinS hat die HZD in enger Zusammenarbeit mit der Oberfinanzdirektion Frankfurt am Main und im Auftrag der KONSENS-Gesamtleitung im Frühjahr 2025 zunächst eine technische Umstellung bei der Steuernummern-Suche vorgenommen: Diese greift dank einer neuen Backend-Schnittstelle jetzt nur noch auf KONSENS-Daten und insbesondere GINSTER zurück. „Damit schaffen wir einen wichtigen Übergang, ohne die gewohnte Oberfläche der Sachbearbeitung grundlegend zu verändern“, erklärt Stefan Duchhardt, der als Verfahrensmanager bei der HZD maßgeblich an der Umstellung beteiligt ist. „Entscheidend war, dass die Bedienung stabil bleibt, wir aber im Hintergrund bereits die Grundlagen für die weitere Harmonisierung legen.“
Nach Freigabe für die bundesweite Nutzung im Herbst 2025 wird die EinS nun sukzessive in allen deutschen Finanzämtern zum Einsatz gebracht und dann von rund 120.000 Sachbearbeiterinnen und -sachbearbeitern genutzt.
Mehr Komfort und neue Möglichkeiten
Mit der neuen technischen Basis wird auch die Funktionalität erweitert. So sind beispielsweise zusätzliche Filteroptionen realisierbar, etwa die Suche nach der steuerlichen Identifikationsnummer oder die Suche nach dem Geburtsdatum bei Grunderwerbsteuerfällen. Insgesamt werden Treffer künftig klarer differenziert ausgegeben – insbesondere, wenn mehrere Personen oder Vertreter zu einem Fall gehören.
Ausblick: Zusammenführung aller Fallsuchen
In den kommenden Ausbaustufen soll die EinS deutlich erweitert werden. Dann können auch bundesweit Überwachungskonten und klassische Veranlagungsfälle in der Einkommen-, Körperschaft- und Umsatzsteuer zentral recherchiert werden. „Unser Ziel ist klar: ein zentraler Einstieg für die Steuerverwaltung, der die verschiedenen Recherchesysteme ablöst und die Arbeit im Finanzamt spürbar vereinfacht“, betont Durchhardt. „Die erste Stufe zeigt, dass der Weg funktioniert – jetzt setzen wir den Ausbau Schritt für Schritt fort.“